1934
entstand am Bergwerk eine Notkirche:
Auch hier am Bergwerke besaß die Elite der Partei „Die
Freidenker“ ein von der Gemeinde Wien gebautes Kinderheim,
welches vom Staate nicht konfisziert wurde, da es Eigentum der
Gemeinde Zillingdorf war, die es seinerseits mit allen Häusern
und Baracken von der Gemeine Wien käuflich erworben hat.
Das Heim ist ein Barackenbau, 20 m lang und 10 m breit, dem
zwei kleine Zimmer mit einem schmalen Gange angebaut sind, und
ist mit Eternit eingedeckt.
Diese Baracke eignete sich vortrefflich zu einer Notkirche,
und deshalb beeilte sich der Pfarrer dieselbe zu diesem Zwecke
von der Gemeinde zu erwerben. Die im Vorjahr eingerichtete Schulkapelle,
ein Schulzimmer, reichte gerade für die Schulkinder aus,
aber für die Erwachsenen reichte das Schulzimmer nicht
aus.
Zweimal in der Woche, und zwar jeden Donnerstag und Sonntag
wurde in der Kapelle Gottesdienst abgehalten, den an den Sonn-
und Feiertagen die hochw. Patres Salesianer von Unterwaltersdorf
liebenswürdig übernommen haben. Dieser Gottesdienst
war zwar ein Notbehelf, reichte aber lange nicht für die
Werksbevölkerung (974 Seelen) aus.
Es war also ein Gebot der Zeit, dass für diese irregeführten
Leute etwas geschieht, damit sie wieder für Gott den Herrn
gewonnen, bei dem sie allein die notwendige Kraft und Stütze
in ihrer schweren Lage finden konnten. Die Notwendigkeit einer
Kirche und eines ständigen Gottesdienstes am Bergwerke
wurde auch von der Gemeindevorstehung eingesehen und wollte
daher das Heim, und das muss hier zur Ehre der christlichen
Gemeinde bestätigt werden, gratis zu diesem Zwecke, dem
Pfarre überlassen, der Pfarrer aber, um allen Eventualitäten
vorzubeugen, wünschte das ganze Objekt mit mäßig
Preis von S 20 als Eigentum der Kirche käuflich zu erwerben.
Nachdem zu diesem Kaufe auch das hochwürdige f.e. Ordinariat
die notwendige Zustimmung gegeben hatte, wurde das ganze Objekt
gekauft, und zur Kirche mit dem Aufwand von S 4000 eingerichtet
(zur Kirche), so dass die Einweihe der Notkirche noch vor den
Ferien stattfinden konnte, welche am 7. Juli seine Eminenz der
hochwürdigste Kardinal Dr. T. Innitzer persönlich
vorgenommen hat. Dieser Tag der Einweihe war ein freudiger Festtag,
nicht nur für das Bergwerk sondern auch für die Marktgemeinde.
aus dem Gedenkbuch „Annalen in Kirche und Pfarre in Zillingdorf“
Diese Notkirche war bis in den 70iger Jahren die Filialkirche
am Bergwerk.
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